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Audioformate für den PC und unterwegs

Unter den vielen Audioformaten, die es aus technischer Sicht heute gibt, gilt es das für den jeweiligen Anwendungsbereich optimale Format herauszufinden. Das Wave-Format sogt für eine verlustfreie, aber sehr speicherintensive Ablage von Audiodateien. Dagegen bietet der heutige Quasi-Standard MP3 eine deutliche Komprimierung der Daten bei akzeptabler Reduktion der Datenqualität. Noch etwas besser gelingt dies den Open Source Codecs Ogg Vorbis und LAME.

Die meisten Audio-Player kommen mit MP3 oder dem von der Musikindustrie gepuschten WMA-Format zurecht. Aber auch die Open Source Codecs Ogg Vobis und LAME haben inzwischen einige Verbreitung gefunden. 

Wave und WMA

MP3 und MP3pro

AAC (Advanced Audio Coding)

Ogg Vobis - für mich die Nr 1. 

Real Audio

LAME

Wave und WMA

Wave-Dateien sind erkennbar an der Datei-Endung ".wav" und sind in der Regel unkomprimierte  Audiodaten. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, komprimierte Daten im Wave-Format zu speichern. Wave nutzt die von der Audio-CD bekannte Pulse Code Modulation und hat seinen Ursprung im von Microsoft für das Betriebssystem Windows definierten "Resource Interchange File Format" (RIFF).. WAV-Dateien können standardmäßig z.B. mit dem Windows-Media-Player abgespielt werden.

WAV-Dateien haben in allen Vergleichstests die beste Qualität - offensichtlich geht durch die Komprimierung doch etwas von den Feinheiten der Audiodatei verloren. Allerdings ist der Speicherbedarf in diesem Audioformat recht hoch. So benötigt man zur Speicherung von Audio-Daten in CD-Qualität (Abtastrate 44 kHz, 16 Bit pro Sample, Stereo) ca. 10 MByte pro Minute. 

Ebenfalls aus dem Hause Microsoft kommt das WMA-Format. Dieses Format hat das Feature/Manko, dass ein Digital Rights Management (DRM) integriert ist, was z.B. das kopieren der Dateien deutlich limitieren kann. Abgespielt werden WMA-Dateien auf Windows Media Player ab Version 9 und auch auf vielen mobilen Geräten, für die gerade der geringe Speicherbedarf bei geringen Bitraten sehr günstig ist. Mit gewissen qualitativen Einbußen wird häufig mit einer Bitrate von 64 kbps compiliert. 

Die Alternativen Ogg Vobis oder Lame MP3 sind deutlich zu favorisieren.

 

 

MP3 und MP3pro

Durch die Nutzung des weit verbreiteten Quasi-Standards für komprimierte Audiodateien kann der Speicherbedarf um den Faktor 1:5 auf ca. 2 MByte pro Minute reduziert werden. Dabei ist mp3 nicht gleich mp3. In Abhängigkeit vom verwendeten Encoder und der gewählten Datenrate lassen sich recht unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

Eine recht vernünftige Qualität kann man in der Regel bei einer Datenrate von 192 kBit/s und mehr. Aber auch mit 128 kBit/s - recht häufig in den beliebten Tauschbörsen im Internet zu finden - erreicht man eine für den mp3-Genuss unterwegs ausreichende Qualität. 

Nach der Zusammenstellung der Daten für den mp3-Player für unterwegs oder die Hifi-Anlage zu Hause, macht es Sinn, das Lautstärkeniveau der Aufnahmen auf ein gemeinsames Level zu bringen, damit man nicht ständig nachregeln muss. Ein super Tool dazu ist MP3Gain.

Die Titelanzeige per mp3-Tag kann mit Hilfe des gleichnamigen Tools MP3Tag aktualisiert werden. Damit kann der MP3-Player Titel und Interpret anzeigen, sowie in der aktuellen Version sogar Bilder zum Musikstück anzeigen, sofern er bereits ID3v2 unterstützt.

MP3Pro stellt eine Weiterentwicklung von MP3 dar und verbessert vor allem die Komprimierungsraten. Somit ist ein mit 64 kBit/s in MP3pro codierte Datei vergleichbar mit einer mit 128 kBit/s codierten Datei im klassischen MP3-Verfahren.

Positiv ist, dass die Formate in beide Richtungen kompatibel sind; d.h. ein MP3pro-Player kann auch klassische MP3-Dateien abspielen und umgekehrt. Beim Abspielen von MP3pro-Dateien auf einem MP3-Player gehen allerdings die Algorithmen zur Klangverbesserung (Erweiterung des Frequenzbandes) verloren.  

 

AAC (Advanced Audio Coding)

AAC wurde vom deutschen Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) als Nachfolger von MP3 entwickelt und dient vor allem der Integration von 5.1-Kanal-Surround-Signalen. Durch noch einmal deutlich verbesserte Kompressionsverfahren steigt die Kompressionsrate von 1:12 bei MP3 auf 1:16 bei AAC. 

 

Ogg Vorbis (.ogg)

Neben MP3 etabliert sich wegen der sehr guten Audioqualität der Open-Source-Standard Ogg Vobis. Dieser wird auch von immer mehr Audioplayern unterstützt. Neben dem Vorteil, dass Ogg Vorbis ein lizenzfreier Standard ist, bietet dieses Format insbesondere bei Datenraten bis 160 kBit/s eine deutlich bessere Qualität als mp3. Damit ist dieses Format prädestiniert für den mobilen Einsatz.

Die Datenkompression ist etwas schlechter als im LAME-Format - die Komprimierung dauert aber deutlich länger.

Für unterwegs reicht eine Datenrate von 96 kbps, für die Anlage zu Hause sind 160 oder 192 kbps zu empfehlen.

Den Encoder oggenc.exe und andere Tools finden sie hier

Download Vorbis Extension - zur Darstellung der Titelinfo (der Reiter Comments wird hinzugefügt und so die leere Dateiinfo-Anzeige des Systems ergänzt)


Ogg Vorbis - leider keine Dateiinfo   nach Einspielen des Patches - mit Comments zum Titel

 

 

 

Real Audio

 Das Format Real Audio ist ein proprietäres Format, welches mit dem Real Audioplayer abgespielt werden kann. Es wird sehr häufig genutzt für Streaming Audio über das Internet. Der Vorteil ist, dass nicht erst die ganze Datei heruntergeladen werden muss, um dann abgespielt zu werden, sondern das Abspielen startet schon während des Downloads und im Hintergrund wird die Datei weiter heruntergeladen. 

 

LAME-  LAME Ain't an MP3 Encoder

LAME ist wie Ogg Vorbis ein Open Source Projekt und kann daher Lizenzfrei genutzt werden. Für den Musikgenuss unterwegs reichen Datenraten zwischen 96 und 128 kBit/s, für die Anlage im Wohnzimmer sollten es 192 kbps sein (= Standard Preset). Für gehobene Ansprüche gibt es noch ein "Extreme Preset".

Im Vergleich zu anderen Formaten liefert LAME noch eine etwas bessere Kompression der Daten bei vergleichbarer Audioqualität und ist damit und wegen der recht guten Hardware-Kompatibilität optimal für den mobilen Audiogenuss. Die Komprimierung dauert allerdings minimal länger als bei Ogg Vobis.

Den Encoder Lame.exe gibt es u.a. hier

 

Nero Digital

Der Nero AAC-Codec liefert hervorragende Qualität bereits bei niedrigen bis zu hohen Bitraten. 

Bei besonders niedrigen Bitraten produziert er keine transparenten, aber deutlich bessere Ergebnisse als die Konkurrenz. Bei hohen Bitraten sind die Open Source Alternativen Ogg Vobis und LAME vergleichbar bei mehr Funktionalität.

 

Musik verlustfrei archivieren

Mit flac oder Monkey Audio können Musikdateien bei einer Kompressionsrate von ca. 50 Prozent im Vergleich zu wave-Dateien verlustfrei verkleinert werden und ggf. später in andere Formate transformiert werden.

Damit sind diese Format erste Wahl bei der Archivierung von Musikdateien.

 

Wissenswertes zu Audioformaten bei Chip.de und bei mpex.net

 

 

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